KW 5 – Schals und Postkarten

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Uhh, es wird schwerer dran zu bleiben. Ich kann mich gerade nicht recht zum Ausmisteln aufraffen. Und das was ich ausräume, das landet erst mal in der Verkaufs-Schublade im Wohnzimmer. Es ist immer so mühselig Angebote einzustellen und wenn ich dann nicht das finanziell rausbekomme, was ich eigentlich denke das es wert ist, dann muss ich mich dazu auch noch ärgern.

Ich habe von meinen rund 25 Schals jetzt zwei Drittel aussortiert. Schade, viele davon sind handgestrickt oder -gehäkelt. Alles schön individuell aber was soll ich mit solchen Unmassen von Schals? Meist habe ich einige Wochen lang die gleichen Favoriten und dann ist fast der Winter schon um und ich brauche keine Halswärmer mehr. Mal sehen ob das reiche Angebot von Handarbeit überhaupt Abnehmer auf dem Verkaufsportal findet.

Exklusive Sachen möchte laut Medien jeder und jede, wenn man dann aber handgemachtes anbietet soll es möglichst nix kosten. Gleichzeitig wird aber für Industrieware mit irgend einem bekannten Label ganz stolz irre viel Geld auf den Tisch gelegt. Die Logik verstehe ich nicht. Aber wahrscheinlich bin ich da ganz anders drauf als die Masse an Schafen da draußen.

KW 4 – Bücher, Sofa, Heiden- und Häkelzeugs

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Letze Woche habe ich im rechten Teil unseres Wohnzimmerboards geräumt. Ich hatte da die letzten Monate alle Bücher zum Thema Heidentum nur noch reingestopft. Irgendwo zwischen ein paar Sachen fürs Ritual und diversen Runensätzen. Bunt gemischt mit meinen Sachen vom VfGH lag da dann alles durcheinander. Irgend etwas rausholen um mal schnell nachzuschlagen wurde da zum Act. Jetzt ist alles sortiert und sauber eingeräumt. Einige Sachen habe ich ausgeräumt und werde die jemandem den ich aus einem Blog kenne zukommen lassen. Sie kann mit der Zeitung spirit, die ich unsinniger Weise eine zeitlang abonniert hatte, bestimmt mehr anfangen als ich. Die meisten Exemplare sind noch gänzlich ungelesen. Und das bei dem Preis… tststs.

Dann habe ich neben dem Sofa noch die ganzen Tüten mit Häkelzeug weggeräumt. Ich lagerte da zwischen Sofa und Wand drei verschiedene Projekte, die ich wechselseitig immer mal wieder anfasse um weiter zu machen. Leider ist zwischen den einzelnen Werken wochenlang Pause und so liegen die Sachen nur als Staubfänger auf dem Boden rum. Das hat mich definitiv schon länger gestört. Jetzt habe ich es endlich geschafft das in die Handarbeitsecke im Esszimmer ordentlich zu verstauen. Dort kann ich es genauso schnell rausholen wie neben dem Sofa, nur das es in den Pausen dazwischen aufgeräumt bleibt.

KW 3 – Kerzen, Tischware und Briefumschläge

KW03

Letzte Woche war ich etwas faul. Konnte mich erst zum Wochenende aufraffen wieder was auszusortieren. Irgendwie war jeden Abend was anderes und ab einer gewissen Uhrzeit will ich einfach nicht mehr Hirnschmalz aufkochen, um irgendwo etwas wegwerfen zu können.

Kerzen, Tischdecken und Servietten habe ich mir vorgeknöpft. Ich hebe mir vom Mittwintergesteck, für die christlich angehauchten unter Euch auch als Adventsgesteck/-kranz bekannt, die nur wenig abgefackelten Kerzen auf. Nun habe ich schon aus mehreren Jahren eine Sammlung von Stümpfen hier rumliegen. Neuer Dezember, neues Gesteck und somit wieder vier brandneue Kerzen. Same procedure as…

Ich mache mir unterm Jahr einfach nichts aus Kerzen. Klar könnte Frau die abends im Wohnzimmer munter auf dem Tisch tanzen lassen, oder vielleicht auf dem Balkon im Sommer zum abendlichen Absacker? Nein, das geht wunderbar auch ohne! Zudem müsste man die Kerze dann wieder irgendwie nett anrichten bzw. mit Dekor umgeben. Den Stumpf einfach so auf den Tisch stellen sieht ja wohl auch öde aus. Also, weg mit den angebrannten Resten! Irgendwie schade drum, aber ich kenne niemandem dem ich die Dinger andrehen könnte.

Tischdecken sind auch so eine Sache. Benötige ich außer bei den zwei oder drei besonderen Anlässen im Jahr auch nicht. Unser Wohnzimmertisch ist so schön mit seinem Holz und Rauchglas – wieso sollte ich das mit einer Tischdecke verstecken? Im Esszimmer ist auf der Holzplatte eine kleine Mitteldecke drauf und darüber eine klare Plastikdecke. So kann Gekleckere nach dem Essen problemlos abgewischt werden. Selbst die Mitteldecke wechsle ich höchstens zweimal im Jahr. Sie wird ja nicht schmutzig unter der Überdecke. Ständig umdekorieren? Nein danke, keine Lust. Also ab mit mehreren Decken und Deckchen in die Altkleidersammlung.

Und Servietten? Also bitte, im Alltag benötigt man sowas nun wirklich nicht. Auch bei Geburtstagsfeiern habe ich in der Vergangenheit meistens fast alle aufgedeckten Servietten unbenutzt in den Müll werfen müssen, weil sie keiner wirklich gebraucht, sondern nur verlegenheitshalber zerknittert hat. Ich habe mir deshalb mittlerweile angewöhnt Servietten gesammelt in einem Halter auf den Tisch zu stellen. Wer eine benötigt kann sie sich da raus nehmen. Wenn nicht dann können die Dinger danach wieder in den Schrank zurück. Neue zu kaufen erübrigt sich nahezu völlig, da bei vollem Tisch nur ein oder zwei verbraucht werden. Die vielen angeknitterten im Schrank habe ich jetzt zu meiner Rolle Küchentücher gelegt. Kann man so noch sinnvoll verwenden bevor sie zum Restmüll wandern.

Briefumschläge und gekaufte Blanko-Karten habe ich durch meine Basteleien mehr als genug. Ich habe mir eben hier und da immer wieder mal was gekauft. Gerne natürlich im Package, obwohl ich gar nicht so viele bräuchte. Man will ja was haben für`s Geld. Jetzt habe ich dafür den Salat und die Schubladen sind voller Dinge, die ich in den Massen gar nicht benötige. Also mal gut die Hälfte aussortiert und schon habe ich wieder etwas was ich verkaufen kann. Es gibt schließlich andere wie ich (es war), die gerne solche Sammelangebote wahrnehmen.

In meinem plötzlichen Wahn habe ich auch den Telefonschrank komplett ausgeräumt und alles aussortiert was da unnötig lagert. Die Medikamente endlich mal von der untersten Schublade in die zweite von oben geräumt. Das blöde runterknien auf den Boden hat mich schon lange gestört.

KW 1 – Bücher

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Nachdem ich noch im alten Jahr bei meinen Klamotten kräftig reduziert habe, geht es jetzt woanders weiter. Habe diese Woche 70 Bastel-, Handarbeits- und Hobbybücher aussortiert. Jetzt ist wieder Platz im Regal und ich finde tatsächlich wieder was ich suche.

Die Bücher sind größtenteils selbst in den letzten paar Jahren gekauft, einige kommen auch von einer lieben Arbeitskollegin die mir ihre Aussortierten letztes Jahr „vererbt“ hat. Erst beim jetzigen Ausräumen habe ich gemerkt, wie viele Bücher zwar tolle Bilder haben und superschöne Projekte beschreiben – wie wenig davon für mich aber tatsächlich zum selber nachmachen in Frage kommen. Es ist ja toll sich das anzusehen aber mir geht es da wie bei Rezepten: wenn ich zu viel erst durchsehen muss um eine passende Idee zu finden, umso weniger habe ich am Ende Lust überhaupt noch etwas zu machen. Ich verliere mich im Überfluss der Anregungen und in der Flut schöner Bilder.

Die Hemmschwelle wird irgendwie immer größer, je mehr Bücher ich durchblättere. Die eigene Kreativität wird ersäuft in zu vielen Vorschlägen, bei denen man die meisten verwendeten Materialien nicht da hat und die viel aufwendiger sind als das was ich diffus ursprünglich im Sinn hatte. Natürlich weis ich, dass man beispielsweise Papier X durch Papier Y ersetzen kann aber ich hab die geistige Luft nach vier oder fünf Bastelbüchern gar nicht mehr, um mir darüber Gedanken zu machen. Bastelmaterial habe ich ja nun zur Genüge im Schrank. Ich hoffe, die eigene Kreativität haben jetzt wieder Raum zum atmen.

Ich würde mal sagen ich habe so etwa 60-65 % meiner Hobbybücher aussortiert – und die meisten schon verkauft. Wenn etwas Geld reinkommt, ist das ja auch was positives. Viele Bücher habe ich für teuer Geld gekauft und nur dreimal im Jahr in der Hand gehabt. Ich darf gar nicht drüber nachdenken sonst könnte ich mich ärgern….. Im Internet gibt es unendlich viele Vorschläge zum Basteln. Wozu benötigt man da überhaupt noch ein Buch?

Minimalismus versus Genügsamkeit

Seit einigen Wochen lese ich begeistert Blogs und Informationen über die Minimalismuswelle. Das klingt alles so nach Befreiung und Erleichterung. Was mich aber daran stört, das ist der prompt schon ausgebrochene Diskurs ab wie vielen Dingen man noch zu den Minimalisten gehört und wer angeblich schon zuviel hat um noch dazuzugehören. Ich finde es immer schade, wenn etwas Gutes sofort von Extremisten zerredet wird.

Es ist eben nicht für jeden und jede sinnvoll, wenn man nur 50 Dinge besitzt. Aus den unterschiedlichsten Gründen der persönlichen Lebensgestaltung können, individuell gesehen, auch 300 Sachen minimalistisch sein. Für jemanden wie mich, ist es schon ein massiver Erfolg, wenn meine vollgestopften Schränke zur Hälfte aussortiert werden. Ich gehöre zur Spezies „Sammler“. Das muss ich von meinen Eltern haben, bei denen auch alles aufgehoben wird: Man könnte es ja mal irgendwann brauchen! Es ist sehr schwer für mich, aus dieser Denke rauszukommen.

Mein erstes Buch über „Minimalismus“ wie ich ihn mir vorstellen kann, war ein Buch von Christa Pöppelmann „Die Kunst der Genügsamkeit“. Ganz grob zusammengefasst geht es darum, zu erkennen wann man von etwas „genug“ hat. Genügsamkeit hat mit spartanisch oder asketisch überhaupt nichts zu tun. Die ganz persönliche Balance zu finden ist die gestellte Aufgabe und gleichzeitig das Ziel. Das trifft sich gut mit meiner Vorstellung, dass es, wenn überhaupt, nur wenige universelle Wahrheiten gibt die alle Menschen über einen Kamm schert. Schon beim Gedanken an angeblich „gesunde Lebensmittel“ stellen sich mir alle Nackenhaare. Was für eine mediengesteuerte Verblödung der Bürger.

„Genug“ bedeutet schlicht und ergreifend nicht zu viel und nicht zuwenig – ganz individuell für sich selbst, nicht nach vorgeschriebenen Werten oder Vorstellungen anderer. Deswegen fühlt sich das Wort Genügsamkeit für mich auch viel geschmeidiger und wohliger an als Minimalismus. Bei letzterem hätte ich den Eindruck den Vorstellungen irgend welcher Gurus folgen zu müssen. Das ist für mich als Heidin, die keiner Lichtgestalt in Unterwerfung zu folgen bereit ist, nicht mein Ding. Ich bin das Maß der Dinge, zumindest dann wenn ich die Wahl habe. Und die Wahl hat man, so oder so, immer irgendwie.

Meine Wahl habe ich in den letzen Jahren zu häufig danach getroffen, wie man viel Ware für wenig Geld bekommt. Dementsprechend voll sind meine Schränke geworden. Kleidung, Bastelsachen, Bücher, Taschen und Wolle besitze ich in rauen Massen. Dazu noch eine Menge Nippes, den ich im Laden süß fand, daheim eine Weile zur Dekoration benutzt und dann irgendwo in einen Schrank für „ein ander´mal“ gesteckt habe. Nicht zu vergessen diverse technische Spielereien und Apps, die für mich auch so verlockend sind. Alles in allem folge ich wohl doch ohne Sinn und Verstand der Zwielichtgestalt des schnellen Konsums.

Bemerkbar gemacht hat sich diese Viel-für-Wenig-Taktik auch auf meinem Konto. Das alles einzeln betrachtet nicht viel kostet ist ja schön und gut, aber die Masse macht es in dem Fall. Man könnte es ja als besonderes Talent sehen, dass ich finanziell trotzdem alles noch jongliert bekomme, aber wirklich befriedigend ist mein Kontostand dennoch nicht. Im Gegenteil, seit längerem bin ich beim Blick aufs Konto regelrecht frustriert. Als Trost, kaufe ich mir eben eine kleine preisgünstige App. 89 Cent sind ja nicht viel, wenn es nicht die 6-7 App in dem Monat wäre!?

Es ist ein Teufelskreis aus Frust und dem Gefühl sich doch für das gute Geld, was ich verdiene, auch etwas leisten zu wollen. Das kleine Glück im Moment des Kaufs ist meist schneller weg, als ich einmal mit den Augen zwinkern kann. Ich bin ein ungeheuer visueller Mensch. Wenn etwas schön aussieht, bunt und farbenfroh ist, dann fasziniert mich das ungemein. Wenn es dann noch nicht teuer ist, dann ist der Griff in die Geldvorräte schnell getan. Viel zu schnell! So hat sich beispielsweise die Sammlung von Taschen und Rucksäcken bei mir auf ungeheure 45 Stück angesammelt. Kein Mensch braucht so viele Taschen!

Schluß damit. Wirklich. Ich bin es leid in meinen eigenen Schränken so viel Auswahl zu finden, dass ich mich davon regelrecht erschlagen und überfordert fühle. Was ich im Einkaufsladen hasse wie die Pest – bspw. 25 Sorten Erdbeermarmelade – das muss ich daheim echt nicht aus eigenem verschulden haben. Ich miste rigoros aus. Angefangen habe ich in den letzten 8 Tagen schon. Mein Bestand an Oberbekleidung habe ich um 60 % reduziert und gleich als Second-Hand auf eBay vertickt. Meine Taschen sind auf 9 besondere Stücke reduziert, der Rest ebenfalls schon verkauft. Als nächstes sind andere Kategorien des Wäscheschrankes dran.

2014 soll für mich ein Jahr der Genügsamkeit und Freiheit werden. Ich bleibe dran und Ihr könnt mitmachen oder mitlesen wenn Ihr wollt. Gruppendynamik kann etwas sehr motivierendes sein. Aber auch ohne dies werde ich mein Konsumverhalten radikal ändern. Im Prinzip hat frau ja alles was sie braucht. Nach dem Ausmisten gilt: Wenn etwas Neues kommt, muss etwas adäquates Altes gehen.