KW 1 – Bücher

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Nachdem ich noch im alten Jahr bei meinen Klamotten kräftig reduziert habe, geht es jetzt woanders weiter. Habe diese Woche 70 Bastel-, Handarbeits- und Hobbybücher aussortiert. Jetzt ist wieder Platz im Regal und ich finde tatsächlich wieder was ich suche.

Die Bücher sind größtenteils selbst in den letzten paar Jahren gekauft, einige kommen auch von einer lieben Arbeitskollegin die mir ihre Aussortierten letztes Jahr „vererbt“ hat. Erst beim jetzigen Ausräumen habe ich gemerkt, wie viele Bücher zwar tolle Bilder haben und superschöne Projekte beschreiben – wie wenig davon für mich aber tatsächlich zum selber nachmachen in Frage kommen. Es ist ja toll sich das anzusehen aber mir geht es da wie bei Rezepten: wenn ich zu viel erst durchsehen muss um eine passende Idee zu finden, umso weniger habe ich am Ende Lust überhaupt noch etwas zu machen. Ich verliere mich im Überfluss der Anregungen und in der Flut schöner Bilder.

Die Hemmschwelle wird irgendwie immer größer, je mehr Bücher ich durchblättere. Die eigene Kreativität wird ersäuft in zu vielen Vorschlägen, bei denen man die meisten verwendeten Materialien nicht da hat und die viel aufwendiger sind als das was ich diffus ursprünglich im Sinn hatte. Natürlich weis ich, dass man beispielsweise Papier X durch Papier Y ersetzen kann aber ich hab die geistige Luft nach vier oder fünf Bastelbüchern gar nicht mehr, um mir darüber Gedanken zu machen. Bastelmaterial habe ich ja nun zur Genüge im Schrank. Ich hoffe, die eigene Kreativität haben jetzt wieder Raum zum atmen.

Ich würde mal sagen ich habe so etwa 60-65 % meiner Hobbybücher aussortiert – und die meisten schon verkauft. Wenn etwas Geld reinkommt, ist das ja auch was positives. Viele Bücher habe ich für teuer Geld gekauft und nur dreimal im Jahr in der Hand gehabt. Ich darf gar nicht drüber nachdenken sonst könnte ich mich ärgern….. Im Internet gibt es unendlich viele Vorschläge zum Basteln. Wozu benötigt man da überhaupt noch ein Buch?

Minimalismus versus Genügsamkeit

Seit einigen Wochen lese ich begeistert Blogs und Informationen über die Minimalismuswelle. Das klingt alles so nach Befreiung und Erleichterung. Was mich aber daran stört, das ist der prompt schon ausgebrochene Diskurs ab wie vielen Dingen man noch zu den Minimalisten gehört und wer angeblich schon zuviel hat um noch dazuzugehören. Ich finde es immer schade, wenn etwas Gutes sofort von Extremisten zerredet wird.

Es ist eben nicht für jeden und jede sinnvoll, wenn man nur 50 Dinge besitzt. Aus den unterschiedlichsten Gründen der persönlichen Lebensgestaltung können, individuell gesehen, auch 300 Sachen minimalistisch sein. Für jemanden wie mich, ist es schon ein massiver Erfolg, wenn meine vollgestopften Schränke zur Hälfte aussortiert werden. Ich gehöre zur Spezies „Sammler“. Das muss ich von meinen Eltern haben, bei denen auch alles aufgehoben wird: Man könnte es ja mal irgendwann brauchen! Es ist sehr schwer für mich, aus dieser Denke rauszukommen.

Mein erstes Buch über „Minimalismus“ wie ich ihn mir vorstellen kann, war ein Buch von Christa Pöppelmann „Die Kunst der Genügsamkeit“. Ganz grob zusammengefasst geht es darum, zu erkennen wann man von etwas „genug“ hat. Genügsamkeit hat mit spartanisch oder asketisch überhaupt nichts zu tun. Die ganz persönliche Balance zu finden ist die gestellte Aufgabe und gleichzeitig das Ziel. Das trifft sich gut mit meiner Vorstellung, dass es, wenn überhaupt, nur wenige universelle Wahrheiten gibt die alle Menschen über einen Kamm schert. Schon beim Gedanken an angeblich „gesunde Lebensmittel“ stellen sich mir alle Nackenhaare. Was für eine mediengesteuerte Verblödung der Bürger.

„Genug“ bedeutet schlicht und ergreifend nicht zu viel und nicht zuwenig – ganz individuell für sich selbst, nicht nach vorgeschriebenen Werten oder Vorstellungen anderer. Deswegen fühlt sich das Wort Genügsamkeit für mich auch viel geschmeidiger und wohliger an als Minimalismus. Bei letzterem hätte ich den Eindruck den Vorstellungen irgend welcher Gurus folgen zu müssen. Das ist für mich als Heidin, die keiner Lichtgestalt in Unterwerfung zu folgen bereit ist, nicht mein Ding. Ich bin das Maß der Dinge, zumindest dann wenn ich die Wahl habe. Und die Wahl hat man, so oder so, immer irgendwie.

Meine Wahl habe ich in den letzen Jahren zu häufig danach getroffen, wie man viel Ware für wenig Geld bekommt. Dementsprechend voll sind meine Schränke geworden. Kleidung, Bastelsachen, Bücher, Taschen und Wolle besitze ich in rauen Massen. Dazu noch eine Menge Nippes, den ich im Laden süß fand, daheim eine Weile zur Dekoration benutzt und dann irgendwo in einen Schrank für „ein ander´mal“ gesteckt habe. Nicht zu vergessen diverse technische Spielereien und Apps, die für mich auch so verlockend sind. Alles in allem folge ich wohl doch ohne Sinn und Verstand der Zwielichtgestalt des schnellen Konsums.

Bemerkbar gemacht hat sich diese Viel-für-Wenig-Taktik auch auf meinem Konto. Das alles einzeln betrachtet nicht viel kostet ist ja schön und gut, aber die Masse macht es in dem Fall. Man könnte es ja als besonderes Talent sehen, dass ich finanziell trotzdem alles noch jongliert bekomme, aber wirklich befriedigend ist mein Kontostand dennoch nicht. Im Gegenteil, seit längerem bin ich beim Blick aufs Konto regelrecht frustriert. Als Trost, kaufe ich mir eben eine kleine preisgünstige App. 89 Cent sind ja nicht viel, wenn es nicht die 6-7 App in dem Monat wäre!?

Es ist ein Teufelskreis aus Frust und dem Gefühl sich doch für das gute Geld, was ich verdiene, auch etwas leisten zu wollen. Das kleine Glück im Moment des Kaufs ist meist schneller weg, als ich einmal mit den Augen zwinkern kann. Ich bin ein ungeheuer visueller Mensch. Wenn etwas schön aussieht, bunt und farbenfroh ist, dann fasziniert mich das ungemein. Wenn es dann noch nicht teuer ist, dann ist der Griff in die Geldvorräte schnell getan. Viel zu schnell! So hat sich beispielsweise die Sammlung von Taschen und Rucksäcken bei mir auf ungeheure 45 Stück angesammelt. Kein Mensch braucht so viele Taschen!

Schluß damit. Wirklich. Ich bin es leid in meinen eigenen Schränken so viel Auswahl zu finden, dass ich mich davon regelrecht erschlagen und überfordert fühle. Was ich im Einkaufsladen hasse wie die Pest – bspw. 25 Sorten Erdbeermarmelade – das muss ich daheim echt nicht aus eigenem verschulden haben. Ich miste rigoros aus. Angefangen habe ich in den letzten 8 Tagen schon. Mein Bestand an Oberbekleidung habe ich um 60 % reduziert und gleich als Second-Hand auf eBay vertickt. Meine Taschen sind auf 9 besondere Stücke reduziert, der Rest ebenfalls schon verkauft. Als nächstes sind andere Kategorien des Wäscheschrankes dran.

2014 soll für mich ein Jahr der Genügsamkeit und Freiheit werden. Ich bleibe dran und Ihr könnt mitmachen oder mitlesen wenn Ihr wollt. Gruppendynamik kann etwas sehr motivierendes sein. Aber auch ohne dies werde ich mein Konsumverhalten radikal ändern. Im Prinzip hat frau ja alles was sie braucht. Nach dem Ausmisten gilt: Wenn etwas Neues kommt, muss etwas adäquates Altes gehen.

Lebenssinn

Wer also nach dem Sinn sucht, muss vor allem mit den Sinnen suchen, denn Sinn erwächst aus Sinnlichkeit.

Zitat

Zitate und Weisheiten

Wer Schwarzweißdenken praktiziert, braucht sich über die Farblosigkeit seines Lebens nicht zu wundern.

– Wolfgang Letz –

Das trifft den heidnischen Nagel doch auf den Kopf, oder? Vielfalt statt Einfalt? Man muss sich allerdings nur in diversen Foren umsehen, um zu erkennen, dass dieser Spruch oft nur leeres Gewäsch ist. Da wird auf anderen spirituellen Ansichten, vorwiegend auf christlichen, „herumgebasht“ was das Zeug hält. Die eigenen Überzeugungen sind doch die einzig wahren nicht?

„Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen“ hat uns Mark Twain als klugen Spruch hinterlassen. Auch der Anschluss an die Masse ist eine schlimme Form des Schwarzweißdenkens. Gesellschaftlich absolut akzeptiert aber oft so erbärmlich daneben, dass ich mich frage ob die Leute denn kein Interesse mehr an der eigenen geistigen Entwicklung haben. Aber was jammere ich, das sind halt unsere hektischen Zeiten, und die böse Arbeitswelt, wobei…..

Wenn ich mir im eigenen Umfeld anschaue wie viel privaten Stress sich Menschen machen weil sie glauben überall dabei sein zu müssen, dann ist eine Menge Hektik doch hausgemacht. Dieses dabei-sein bezieht sich nicht nur auf Ereignisse sondern auch auf allerlei materielle Dinge die frau/man meinen haben zu müssen, weil die Medien sagen dann ist man „in“.

Bei so viel Auswahl bleibt die Individualität zwangsläufig auf der Strecke. Wer hat schon Zeit und Lust sich über die eigenen Ansprüche Gedanken zu machen? Da ist es doch einfacher der Masse zu folgen und das Produkt zu nehmen, was überall beworben wird. Das Ergebnis ist manchmal ernüchternd. Ein Handy klingelt, alle Umstehenden ziehen ihres aus der Tasche, und siehe da, fast alle haben das gleiche Ding. Wie langweilig und farblos.

Wie schnell schlägt bei Massentauglichkeit das propagierte „wir-Gefühl“ um in Langeweile? Dabei ist es so einfach zumindest ein wenig bunt zu denken. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich nehme bei meinen wohlüberlegten technischen Neuanschaffungen immer Sonderfarben, wenn es irgendwie möglich ist nie Schwarz oder eine der angeblichen Trendfarben wie Silber. Und siehe da, so aus der Reihe zu tanzen wird oft mit einem höheren Preis bestraft. Aber das ist es mir wert, bei aller Begeisterung für Neues, nicht ganz wie ein dummes Schaf der Masse zu folgen.

Schwesternglück

Ich war kein halbes Jahr „auf Kurs“ als sich zufällig herausstellte das meine Schwester bereits seit Jahren der
Alten Sitte folgt. Wir waren beide ganz schön verblüfft über die Erkenntnis das wir unabhängig voneinander
den selben religiösen Weg eingeschlagen hatten.

Amüsant war es auch, zu erkennen das sie wohl der Meinung war ich sei zu konservativ dafür und ich dachte
sie interessiert sich für Religion überhaupt nicht. So kann man sich in seiner Schwester täuschen obwohl wir
uns schon so lange kennen und uns früher auch mal so innig nahestanden.

Ich für meinen Teil habe dadurch wieder mehr Zugang zu meiner Schwester gefunden, die mir lange Jahre
fremd geworden war und zu der ich kaum noch Kontakt hatte. Ich bin dankbar dafür mein Schwesterherz
wieder ein Stück näher bei mir zu wissen.

Alte Pfade neu entdeckt

Seit Ende Juni 2008 weis ich, dass ich „germanische“ Heidin bin. Im Umkehrschluß bedeutet das nicht das ich es vorher nicht auch schon gewesen wäre. Bis dahin wusste ich einfach nur nicht das es auch für mich eine Religion gibt in der ich mich zuhause fühle, die sich richtig für mich anfühlt und nach deren Inhalte ich mich gesehnt habe.

Am Anfang meines Weges hatte ich ganz schön Schmetterlinge im Bauch. Meine Gefühle und Gedanken wurden regelrecht von der Lawine des „zu-Hause-seins“ überrollt. Aber dann wieder, wie könnte es anders sein, die Zweifel die ständig nagen: Habe ich noch alle Latten am Zaun überhaupt in Betracht zu ziehen das tatsächlich es mehr als nur den Christengott gibt?

Der Kampf zwischen Glücklichsein und Zweifeln dauerte Monate. Mein Vertrauen in mich und die Götter haben gesiegt. Nein, nicht das ich jetzt der Meinung wäre da kommen nie wieder Zweifel, aber ich denke das mich die nicht gleich wieder in eine völlige Sinnkrise stürzen können.

Beim Verein für germanisches Heidentum habe ich mich sehr rasch angemeldet und es bis heute nie bereut. Warum auch immner, bin ich bei meiner Internetrecherche als erstes über den VfGH gestolpert und fühlte mich dort von deren Seriösität angezogen. Schon wenig später wurde ich von Ylva zum Herbstfest des Herdes Bilskirnir nach Franken eingeladen. Seitdem war ich auf jedem der Feste und es tut immer wieder gut in der Gemeinschaft zu sein wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann.

Ich will Euch ein wenig teilhaben lassen an meinem Weg, meinen Gedanken und Gefühlen und an meiner Freude nach so vielen Jahren des Suchens meine göttlichen Verwandten endlich gefunden zu haben.

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